Für Leseratten, die das Thema 'Bildung' mal überwiegend humorvoll angehen möchten

Die Autorin, selbst Mutter von zwei Kindern, schreibt über den alltäglichen Wahnsinn in den Schulen. Deren Devise 'schneller-höher-weiter', die damit verbundene Fragestellung 'Balast oder Bildung?' und überholte pädagogische Konzepte, kombiniert mit Notendruck, lassen diesen Irrsinn in der Familie seine teils qualvolle Fortsetzung finden. Wer schulpflichtige Kinder hat, kennt das sicher: Die Bildungsanstalten sind zu einem nicht unbedeutenden Stressfaktor avanciert. Weh dem, der gleich mehrere Kinder durchzubringen hat. Weh dem, der sich aus der Verantwortung zieht und zuhause nicht kittet, was in den Schulen zu kurz kommt.

In parallelen Handlungssträngen, unterteilt in sehr pointierte Episoden, wechselt die Szenerie zwischen einer Tier- und einer Menschengeschichte. Letztere mit sehr hohem, viel Situationskomik enthaltendem Wiedererkennungswert über die Abläufe in deutschen Haushalten mit Problemen in Mathe und Latein. Auch Fragen wie 'Wie viel Chinesisch braucht mein Kind im Kindergarten?' oder 'Pauken unter Bauchschmerzen für den Übertritt?' kommen nicht zu kurz. Die Tiergeschichte, in der die lieben Kleinen den 'Staatszirkus' (das Gymnasium) besuchen, ohne dessen Abschluss – natürlich überspitzt – kein erstrebenswertes Leben möglich ist, schlägt kritischere Töne an. Dem Lachen über die turbulenten Zustände bei Mama, Papa & Co. stehen die zwangsläufigen Eskalationen und tierischen Dramen bei Familie Pudel und Schwein gegenüber und veranlassen den Leser zu ernüchtern. Was ist los in unseren Schulen?

Durch die humorvolle Verpackung kommt das Thema nicht nur unterhaltsam, sondern auch harmlos rüber. Aber: Wenn es nicht so lustig wäre, könnte man heulen. Heulen über die Nicht-Freude, die Schule im Alltag oft verbreitet. Mit ihrem Buch plädiert Alexandra Cavelius für eine längst überfällige Reform. (dk)

 

Mein Urteil: Sehr empfehlenswert!

Hier geht's zum Lesestoff: http://www.alexandracavelius.de